Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen (süV): Wo liegt das größte Potenzial in Deutschland?

Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG, § 115g SGB V) schlägt die Gesundheitspolitik eine klare Richtung ein: Akutstationäre Krankenhausbehandlung soll noch stärker mit ambulanten und pflegerischen Leistungen verzahnt werden, um eine verlässliche, wohnortnahe Basisversorgung zu sichern. Gerade für insolvenzbedrohte oder bereits insolvente Kliniken bieten süV eine reale Chance zur Restrukturierung. Sie ermöglichen den Erhalt des Standorts durch die Transformation in ein zukunftsfähiges Versorgungszentrum.

Unsere Analysen zeigen, wo je nach Bettenanzahl nach unseren Selektionskriterien das größte Potenzial für eine Umwandlung in ein süV liegt:

- bei unter 150 Betten rund 180 Kliniken
- bei unter 120 Betten rund 110 Kliniken
- bei unter 100 Betten immer noch fast 70 Kliniken.

Die meisten potenziellen Standorte konzentrieren sich auf fünf Bundesländer. Bayern, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, und Baden-Württemberg bieten zusammen über 130 potenzielle süV Standorte von Kliniken mit unter 150 Betten.

Vor allem für kleinere Kliniken mit internistischem oder geriatrischem Fokus bietet das Modell einen Ausweg aus der finanziellen Schieflage. Für Träger und Kommunen gilt es jetzt, Versorgungsbedarfe frühzeitig zu analysieren und tragfähige Konzepte für die Umwandlung zu entwickeln.
Doch es bleibt die Kernfrage: Sind süV wirklich die große Chance zur Sicherung der Versorgung in ländlichen Regionen – oder nur eine Übergangslösung?