Vom Krankenhaus zur sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung – welche Hürden bringt die Transformation mit sich?
Die Umwandlung eines Krankenhauses in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (süV) eröffnet neue Perspektiven. Gleichzeitig bringt sie weitreichende organisatorische, personelle und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich. Denn mit der Veränderung des Versorgungsauftrags müssen auch bestehende Strukturen und Prozesse angepasst und neu ausgerichtet werden.
Besonders vier Handlungsfelder stehen dabei im Fokus:
- Personalstrukturen: Ein verändertes Leistungsspektrum führt zu einem neuen Personalbedarf. Bestehende Stellenpläne müssen überprüft, Qualifikationen angepasst und gegebenenfalls sozialverträgliche Personalanpassungen umgesetzt werden.
- Leistungsstruktur: Wie gestaltet sich das zukünftige Leistungsspektrum? Das medizinische Angebot ist durch strenge regulatorische Vorgaben eingeschränkt. Das Leistungsspektrum muss innerhalb der Regularien auf den regionalen Bedarf und die wirtschaftliche Tragfähigkeit überprüft werden.
- Dienstleistungsverträge: Bestehende Verträge, etwa für Labor, Reinigung, Verpflegung oder medizinische Dienstleistungen, müssen auf die veränderten Betriebsstrukturen abgestimmt und gegebenenfalls gekündigt oder neu verhandelt werden.
- IT und Digitalisierung: Die Verzahnung ambulanter und stationärer Leistungen erfordert funktionierende digitale Schnittstellen, angepasste Dokumentationsprozesse und einen sicheren Informationsaustausch zwischen den Sektoren. Die bestehenden IT-Strukturen und Lizenzmodelle in Krankenhäusern sind jedoch in der Regel mit zu hohen Kosten verbunden, um sie unverändert auf das süV zu übertragen. Daher sind bedarfsgerechte IT- und Digitalisierungskonzepte für eine effiziente, sichere und wirtschaftliche sektorenübergreifende Fallführung erforderlich.
Diese Herausforderungen lassen sich nicht isoliert betrachten, sondern bedingen sich gegenseitig und erfordern eine abgestimmte Transformationsplanung.
Wir begleiten Krankenhausträger und Geschäftsführungen bei der Planung, über die Anpassung bestehender Strukturen bis zur Entwicklung tragfähiger Betriebsprozesse.